Wundzentrum

Wundzentrum

Sie leiden unter einer schlecht heilenden chronischen Wunde? Chronische Wunden stellen eine hohe Belastung für die Betroffenen und eine Beeinträchtigung der Lebensqualität und Lebensfreude dar. Die Behandlung ist eine große Herausforderung für die behandelnden Therapeuten, wir möchten Ihnen helfen auf diesen Seiten den geeigneten Partner/ Versorger zu finden um Ihre Wunde qualitätsorientiert und auf Sie abgestimmt zu behandeln. Eine gute Versorgung Ihrer chronischen Wunde verbessert Ihre Lebensqualität, Sie stehen im Mittelpunkt der Behandlung, denn nur eine gemeinsam erarbeitete Therapie führt zum Erfolg.

Unser Angebot

Das Wundzentrum Sauerland gehört zum Gesundheitsnetz Sauerland und ist ein interdisziplinäres Netzwerk mit Partnern aus dem Gesundheitswesen. Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit streben wir eine optimale medizinische Versorgung von Betroffenen mit chronischen Wunden an. Die fachübergreifende Kompetenz kommt hier vor allem dem Patienten zu Gute – er bekommt eine qualitätsgesicherte Versorgung durch die Abstimmung der Therapie und Zusammenarbeit der Netzwerkpartner. Partner sind Kliniken, Ärzte, Wundtherapeuten, Apotheken, Sanitätshäuser, Home Care Unternehmen, ambulante Pflegedienste, Alten- und Pflegeheime, Podologen und andere Dienstleister aus dem Gesundheitswesen, die in eine chronische Wundversorgung einbezogen werden.

Kontakte

Hier finden Sie Fachleute aus den stationären und ambulanten Bereichen, die Ihnen gerne weiterhelfen. Bitte beachten Sie, in Deutschland ist der Begriff Wundmanager sehr geläufig und nicht geschützt, suchen Sie den Wund- Experten Ihrer Wahl nach seiner Qualifikation aus. Fragen Sie nach einer zertifizierten Ausbildung wie Wundassistent WAcert oder Wundexperte ICW.

Moderne Wundversorgung (Historie)

In den 60er Jahren konnten Forschungsergebnisse belegen, dass die herkömmliche Therapie Wunden mit trockenen Auflagen zu behandeln die Wundheilung stört und verlangsamt. Die moderne feuchte Wundversorgung war geboren. Die Wundtherapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Mensch sich nicht auf seine Wunde reduziert, sondern als “Ganzes” betrachtet wird. Daher ist es wichtig, die neben der Behandlung der Wunde, die Grunderkrankung und die Bedürfnisse des Einzelnen mit in den Therapieplan eingebunden werden. Neue Konzepte und Wundauflagen ermöglichen einen schmerzfreien Verbandswechsel, unterstützen den Zellaufbau und führen somit zu einer schnelleren Heilung. Eine chronische Wunde ist eine Wunde, die nach 4 - 6 Wochen keine Heilungstendenz zeigt. Normalerweise fördert der Körper die Heilung und die Wundheilung hält eine bestimmte Reihenfolge ein, mit dem Ziel wieder intakte Haut zu erreichen.

  1. Offene Beine (Ulcus cruris): Hier richtet sich die Therapie danach ob eine arterielle Durchblutungsstörung vorliegt oder ob es sich um die Störung des venösen Blutrückflusses handelt
  2. Diabetisches Fußsyndrom: Eine Folgeerkrankung eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus
  3. Druckgeschwür (Dekubitus): Eine Schädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes durch Druck wie z.B. bei Bettlägerigkeit
  4. Mazerationswunden durch zu viel Feuchtigkeit auf der Haut, z. B. durch eine schlechte Inkontinenzversorgung

In Deutschland leiden ca. 4 Millionen Menschen an einer nicht heilenden Wunde. Die Problematik ist sehr komplex, da sich die Behandlung über Monate bis Jahre hinziehen kann. Daraus ergeben sich hohe Behandlungskosten, verbunden mit häufigen Verbandswechseln und einer breitgefächerten Wundversorgung.
Die Zahl der Menschen mit chronischen Wunden ist ansteigend. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, ein systematisches Wundmanagement mit einer objektiven Einschätzung, einer standardisierten Therapie und der Verwendung moderner Wundauflagen durchzuführen. Ziel der modernen Wundversorgung ist es, den Ablauf der Wundheilung wieder zu normalisieren. Um diese Behandlungsziele zu erreichen wird im Team gearbeitet. Es gibt speziell ausgebildetes Pflegepersonal für die Behandlung chronischer Wunden. Die behandelnden Ärzte der verschiedenen Fachbereiche arbeiten mit Wundassistenten oder Wundexperten (sollten ein anerkanntes Zertifikat nachweisen) zusammen und ziehen fachübergreifend andere Anbieter wie Pflegedienste, Senioreneinrichtungen, Apotheken, Orthopädietechniker, Homecareunternehmen, Sanitätshäuser, Podologen (med. Fußpflege) hinzu.

Tipps und Ratschläge für Betroffene

Ihre Mitarbeit ist wichtig bei der Behandlung einer chronischen Wunde. Auch nach der Abheilung können Sie dazu beitragen ein Rezidiv (ein erneutes Auftreten der Wunde) zu vermeiden.

Allgemeine Tipps und Ratschläge

  1. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Spurenelementen
  2. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit
  3. Achten Sie auf Veränderungen wie zunehmende Schmerzen, Gefühls- oder Bewegungseinschränkungen
  4. Trinken Sie nicht zu viel Alkohol und hören Sie nach Möglichkeit mit dem Rauchen auf

Ratschläge bei chronisch venöser Insuffizienz / CVI

  1. Konsequente Kompression, durch einen Kompressionsstrumpf oder Kompressionswickel, direkt Morgens nach dem Aufstehen
  2. Tätigkeiten mit „S“ meiden stehen, sitzen, lieber Tätigkeiten mit „L“ laufen oder liegen
  3. Beine öfters hochlegen
  4. Wärme meiden wie Sonnenbäder, heiße Bäder
  5. Flache Schuhe tragen, damit Sie den Fuß beim Laufen gut abrollen
  6. Socken, Kniestrümpfe ohne Gummibund
  7. Aktivieren Sie die natürliche Muskelpumpe durch Gymnastik, Spaziergänge
  8. Erhalten Sie die Beweglichkeit im Sprunggelenk durch tägliche Fußgymnastik
  9. Meiden Sie alles, was den Druck auf das venöse System erhöht, wie schweres Heben oder Tragen

Ratschläge bei arterieller Verschlusskrankheit / PAVK

  1. Keine Kompression
  2. Vermeiden Sie Verletzungen an den Beinen
  3. Socken, Kniestrümpfe ohne Gummibund
  4. Schuhe dürfen nicht zu eng sein und einschnüren
  5. Beine nicht viel hochlegen, da das arterielle Blut schlechter in die Beine fließt
  6. Füße warm anziehen mit Wollsocken
  7. Haben Sie kleinste Hautverletzungen an den Füßen, machen Sie bitte keine Fußbäder – Keime dringen ein
  8. Bei heißen Wärmflaschen oder Heizdecken, kann es zu Verbrennungen kommen
  9. Machen Sie Fußgymnastik oder Gehstreckentraining
  10. Medizinische Fußpflege durch einen Podologen, Zehennägel nicht schneiden, lieber feilen
  11. Gehen Sie zu ihrem Arzt wenn Sie vermehrt Schmerzen haben, oder Veränderungen an der Haut feststellen
  12. Vielleicht schaffen Sie es das Rauchen einzustellen oder einzuschränken

Ratschläge beim Diabetischen Fußsyndrom /DFS

  1. Optimieren Sie Ihre Diabeteseinstellung
  2. Nehmen Sie an Diabetesschulungen teil
  3. Fußpflege nur durch einen Podologen/ kann rezeptiert werden
  4. Inspektion / Kontrolle Ihrer Füße auf Risse, Schwielen, Zehenzwischenräume mindestens 1x pro Woche
  5. Füße warm anziehen mit Wollsocken
  6. Haben Sie kleinste Hautverletzungen an den Füßen, machen Sie bitte keine Fußbäder – Keime dringen ein
  7. Schuhe dürfen nicht zu eng sein und einschnüren, sollen ein weiches Fuß- Bett haben
  8. Ziehen Sie einen Orthopädiemechaniker hinzu, er berät Sie zum richtigen Schuhwerk
  9. Machen Sie Fußgymnastik
  10. Hautpflege mit Urea-haltigen Produkten

Ratschläge beim Dekubitus

  1. Regelmäßige Hautinspektionen / Fingertest
  2. Hautpflege mit ph- neutralen Pflegeprodukten ist gut - verhindert aber keinen Dekubitus
  3. Regelmäßige Positionswechsel, Lagerung, Mobilisation
  4. Weichlagerung- oder Wechseldruckmatratze
  5. Antidekubituskissen für die sitzende Position
  6. Bei Inkontinenz die richtigen Produkte verwenden, feuchte Haut vermeiden

Holen Sie sich Hilfe durch einen Pflegedienst, auch wenn Sie selber die Pflege durchführen. Die „Pflegeberatung“ für Sie kostenfrei, PflegeBeratung wird direkt mit der Krankenkasse abgerechnet.